Finistère – das Ende der Welt

Created with Sketch.

Finistère – das Ende der Welt

Unsere nächste Etappe führte uns also ans „Ende der Welt“, ins Finistère in der Bretagne auf die Halbinsel Crozon. Und an dieser Stelle würde ich gerne einen kleinen Exkurs zur Campingsuche und den Campings im Allgemeinen machen… Denn als wir auf dem ***-Camping Trez Rouz ankamen, herrschten zwischen Andreas und mir geteilte Meinungen… und wir nahmen umgehend die Suche nach den nächsten 3 Campings auf und konnten diese auch alle buchen, obwohl die W-Lan-Zone rund um die Reception nur bedingt brauchbar war. Wir nutzten dann halt teilweise unser eigenes mobiles Internet, das zuverlässiger und schneller funktionierte.

Andreas wünscht sich ja eigentlich schon lange einen Camping mit allem drum und dran: Restaurant, Shop, Pool mit Rutschen und so, Animation, funkionierendes und schnelles W-Lan am Stellplatz… Ich (Yvonne) bin da schneller mal zufrieden mit weniger Infrastruktur, wenn die Lage stimmt. Trotz aufwändiger Suche (mit langsamem Internet) haben wir es bisher aber leider nicht geschafft den ultimativen Camping zu finden. Erstes Kriterium ist für uns die Lage am Meer und da scheiden viele Campings schon aus. Auch wenn es „nur“ 300 oder 400m zum Meer sind, kommt das mit den kleinen Kindern schon einer kleinen Wanderung gleich, vorallem wenn der Camping dann vielleicht noch oben auf den Klippen liegt, was bei der hiesigen Topografie auch oft vorkam. Dann haben wir im Moment Hochsaison und die besten Campings sind oft schon voll… So mussten wir uns jetzt immer mit dritter oder vierter oder… Wahl begnügen und das sind dann meist Drei-Sterne-Campings direkt am Meer mit etwas kleinerem Angebot. 

Wir hoffen, dass die Suche sich in der Nebensaison dann etwas einfacher gestaltet, wenn nicht mehr alles so überfüllt ist und wir uns dann wohl auch auf ACSI-Campings konzentrieren, wo wir zum Spezialtarif übernachten können, da wir uns eine ACSI-Card gekauft haben. Erste Abklärungen haben jedenfalls ergeben, dass auf Sardinien und Sizilien die Campings zumindest praktisch alle direkt am Meer liegen 🙂 Dieses Kriterium wäre dann also schon mal einfacher zu erfüllen!

Als wir also auf dem Camping Trez Rouz ankamen, schien das eine oder andere also etwas „verwildert“, die Wege mit vielen Schlaglöchern, der Stellplatz voller stachliger Gewächse, der Minigolf verlassen und überwachsen, im „Restaurant“ wurde der ausrangierte Töggelikasten als Ablagefläche für ebenfalls nicht mehr benutzte Plastiktische benutzt, die Sanitäranlagen schienen auf den ersten Blick etwas in die Jahre gekommen und der Buddha davor hatte leichte Schieflage. Der Übersichtsplan vom Camping war handgezeichnet und handgeschrieben waren auch die Rechnungen im Restaurant. MIr gefiel dieser „wilde Charme“, während Andreas es lieber etwas gepflegter gehabt hätte und im ersten Moment schon überlegte, ob wir nicht früher wieder abreisen wollen (wir hatten 6 Nächte gebucht)… Wir lebten uns dann aber doch ganz gut ein und entdeckten, dass das Sanitär am Pool sehr modern war und ich deklarierte die Dusche dort sogar als beste Dusche bisher (heisst: gleichmässiger zentrierter unverkalkter Strahl (wenn auch mit etwas wenig Druck, aber richtiger Duschkopf wie zuhause), gleichmässige Wärme, auch heiss möglich, ohne Zeitbegrenzung)! 🙂 Ich hätte stundenlang duschen können! 😉

So, das war jetzt ein etwas langer Exkurs, aber ihr seht, man hat plötzlich ganz andere „Probleme“ und es sind nicht „einfach nur Ferien“…. Wir blieben dann aber doch die 6 Nächte 😉 Die Umgebung hier war auch sehr schön, wir befanden uns in einem Naturpark (Parc Naturel régional d’Armorique), der die ganze Halbinsel umfasste. Die Küste bot schöne Sandstrände zwischen zerklüfteten Felsen, das Kap „Pen-Hir“, der äusserste Zipfel der Halbinsel Crozon, wo Andreas mal noch eine Joggingrunde drehte, war sowohl landschaftlich faszinierend wie auch historisch interessant, es hatte dort diverse Festungsanlagen und ein Memorialmuseum, das an die Atlantikschlacht im zweiten Weltkrieg erinnerte. Das nahe Städtchen Camaret war ein hübsches Hafenstädtchen mit Künstlerviertel, alten Schiffswracks und historischer Prägung: der Tour Vauban gehörte zu den Festungsanlagen, die der Ingenieur Vauban unter Louis XIV zur Verteidigung des französischen Reichs anlegte und steht auf der Liste des Unesco-Weltkulturerbes. Und den einen Regenhalbtag brachten wir im/am überdachten Pool über die Runden 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Follow

Get the latest posts delivered to your mailbox: