Palermo – Rückfahrt

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Palermo – Rückfahrt

Wir hatten beschlossen uns Palermo einfach auf der Durchreise anzusehen, unsere Fähre würde abends um 23Uhr von Palermo nach Genua fahren, so sollten wir genügend Zeit haben um uns noch Palermo anzuschauen. So der Fahrplan. 

Wir fuhren vor dem Mittag auf dem Camping los und assen unterwegs im Hinterland zu Mittag – in einer Bar in einem verlassenen Shopping-Center, dessen Umgebung von den Unwettern gezeichnet war. Unser Essen – zwei Teller Pasta, ein Stück Pizza, ein Wurstel im Teig, ein Wasser, ein Fanta, zwei Dolci und ein Cafè schmeckte vorzüglich und kostete sagenhafte 14 Euro… 

Während dem Mittagessen bekamen wir eine SMS von unserer Fährgesellschaft in der uns mitgeteilt wurde, dass die heutige Abfahrt der Fähre auf 21Uhr vorverlegt wurde… wir staunten nicht schlecht über diese spontane Fahrplanänderung. Ausser dass wir etwas weniger Zeit hatten für Palermo und noch nicht recht wussten, wie sich das Boarding um spätestens 19Uhr mit dem Abendessen vereinbaren liesse, hatten wir aber grundsätzlich nichts dagegen einzuwenden. 

So ging’s also auf nach Palermo! Und dieses Palermo überraschte uns dann nochmals. Wir hatten es uns von dem was man so las ziemlich chaotisch und turbulent vorgestellt. Aber als wir ankamen, schien uns der Verkehr nicht schlimmer als anderswo in Süditalien und die ganze Stadt oder besser gesagt, das was wir davon gesehen haben, wirkte total chillig und entspannt und mittendrin eine belebte grosse Fussgängerzone. Trotz anderen Erwartungen gefiel es uns aber sehr und wir wären auch gerne noch etwas länger geblieben! Und erfreut waren wir auch, dass man vielerorts durchgängig warme Küche bekam, so dass wir schon um fünf in einem der sympathischen kleinen Restaurants mit Stühlen und Tischen auf der Gasse ein köstliches Abendessen serviert bekamen. 

Danach gings zum Hafen und das Check-in war nochmals ein Erlebnis süditalienischer Art: in einer Schalterhalle hatten 7 Schalter geöffnet und es bestand eine längere Schlange. Die Schalterbeamten riefen immer wieder nach Fahrgästen nach Napoli, die prioritär behandelt wurden, und erinnerten per Lautsprecher daran, dass man auch die Ausweise zur Hand haben sollte, es war ein bisschen ein Treiben wie am süditalienischen Bazar. Hinten in der Schlange lief alles noch ganz geregelt, wenn man dann aber vorne stand, musste man kucken, dass man den nächsten freien Schalter erwischte, bevor sich einer von der Seite vorgedrängelt hatte… 🙂

Auf der Fähre bezogen wir dann unsere Kabine und als die Kinder im Bett waren und schliefen fuhr die Fähre auch schon gleich los, relativ pünktlich kurz nach 21 Uhr. Die Vorverlegung der Abfahrtszeit war wohl wetterbedingt, der Wind und die Wellen sollten in Palermo im Laufe des Abends zunehmen. Wir hatten dann zu Beginn doch auch schon recht starken Wellengang, sodass wir fast schon schauen mussten, dass das reichliche Abendessen nicht wieder retour kam. Zum Glück nahm der Wellengang aber immer mehr ab je weiter wir nach Norden kamen, so dass wir doch einigermassen gut schlafen konnten. 

Die Überfahrt dauerte fahrplanmässig ca. 20 Stunden, unsere Ankunft wurde auf 17.45 Uhr angesagt. Den Tag auf der Fähre verbrachten wir mit Spaziergängen übers Schiff, Aufenthalt im Spielzimmer, Essen im Restaurant, studieren von Wetterberichten von zuhause (konnten wir es wagen mit unseren Sommerreifen direkt nach Hause zu fahren oder schneite es noch? Wie sahen die Alternativen aus?). Wir machten eine ausgiebige Siesta in der Kabine und schliefen alle nochmals etwas. Um fünf mussten wir die Kabine räumen, schliesslich war es nach guter italienischer Manier dann etwa halb sieben bis wir aus der Fähre wieder rausfahren konnten. Und der Verkehr hier in Genua erschien uns deutlich hektischer als in Palermo… `:-) Wir verpflegten uns noch an einer Autobahnraststätte und fuhren dann direkt nach Hause. Hier erwartete uns eine frisch eingepuderte Märchenlandschaft und wir waren froh, dass wir trotz Glatteis auf dem letzten Streckenabschnitt gut zu Hause angekommen sind. Nachts um eins sanken wir alle erschöpft und glücklich und noch leicht verwirrt in unsere Betten… 🙂

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